Mit einer gemeinsamen Anfrage an SPD, FDP, CDU und Bündnis90/Die Grünen haben sich der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) und der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland des DZVhÄ gewendet. Die Fragen sind leicht unterschiedlich auf die jeweilige Partei zugeschnitten. Im Kern geht es um das Verhältnis zur Homöopathie bzw. Integrativen Medizin und inwieweit die jeweilige Partei diese Medizin fördern wird.Da die LINKE nicht im Landtag vertreten ist, wurde sie nicht befragt. Die „AfD“ haben wir nicht befragt, da wir mit einer rechtsextremen Partei nicht in die politische Kommunikation gehen, uns nicht an einer politischen Zusammenarbeit gelegen ist und uns auch in keiner Weise von dieser Partei instrumentalisieren lassen.

Wir geben die Antworten gekürzt wieder, in voller Länge sind sie hier dokumentiert. Unser Fazit: Die Homöopathie wird als eine begleitende Therapiemethode von allen Parteien befürwortet, am heutigen Status quo wird sich nicht viel ändern.

SPD

Therapie: Die SPD Rheinland-Pfalz sieht die Homöopathie als ergänzende Therapie, aber nicht als Ersatz für die Schulmedizin. Homöopathische Arzneimittel besitzen in Deutschland eine lange Tradition und sind eine etablierte Option zur Ergänzung der anerkannten naturwissenschaftlichen-schulmedizinischen Verfahren als sogenannte Komplementärmedizin.

Arzneimittel: Homöopathische Mittel sollen auch weiterhin beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte registriert und weiterhin über Ärztinnen und Ärzte sowie wegen der üblichen Verschreibungsfreiheit überwiegend in Apotheken vertrieben werden. Das sichert die erforderliche fachliche und unabhängige Beratung und Information zu Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von homöopathischen Arzneimitteln.

CDU

Nachgefragt, leider ohne Antwort.

FDP

Therapie: Jeder einzelne soll frei und selbst entscheiden können, welche Behandlungsmethoden er bevorzugt. Die Homöopathie ergänzt die Schulmedizin und die breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten. Viele Menschen vertrauen auf die Homöopathie und bevorzugen diese. Jedoch darf keine Diskussion über „Homöopathie vs. Schulmedizin“ entstehen. Solch eine Diskussion wollen die Freien Demokraten nicht führen. Wichtig ist jedoch zu erwähnen, dass auch im Bereich der Homöopathie wissenschaftliche, breit angelegte sowie fundierte Studien erfolgen.

Arzneimittel: Die Diskussion um die Apothekenpflicht wird nun schon seit einigen Jahren geführt. Hierfür gibt es Pro und Contra-Punkte. Ein Pro ist, dass die Therapie seit 200 Jahren Anwendung findet, 80% der Patienten, welche die Behandlung nutzen, sich besser fühlen und die Apotheken eine Beratung anlegen können. Es kann heute keine abschließende Meinung dargelegt werden. Diese Diskussion muss  weitergeführt werden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Forschung: Wir treten im Sinne der bestmöglichen Versorgung aller Bürger*innen für eine stärkere Förderung der Grundlagenforschung sowie klinische Studien, Versorgungsforschung und transnationale Studien in der Medizin ein. Die öffentlichen Forschungseinrichtungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Denn ökonomische Interessen haben derzeit ein zu starkes Gewicht. Das kann Vergleichsstudien zu homöopathischer Medizin in Wirkung und Anwendung einschließen, dies obliegt aber in erster Linie der Wissenschaftsfreiheit. Die Ergebnisse dieser Studien können auf die Zulassung und Erstattung von Medikamenten Konsequenzen haben. Die Einführung einen Lehrstuhl für Integrative Medizin planen wir nicht.

Therapie: Gesundheitskompetenzen, Lotsen und Patientenberatung sind in Deutschland leider Schwachpunkte der Gesundheitsversorgung. Gleichwohl bleibt eine sehr hohe Verantwortung der Gesundheitsberufe. Dazu gehört, dass den Patient*innen gegenüber deutlich gemacht werden muss, bei welchen Krankheitsbildern und -graden homöopathische Behandlungen nicht die klinische Medizin ersetzen dürfen.

Arzneimittel: Gesetzliche Krankenkassen sollen homöopathische Gesundheitsleistungen über in den Satzungen der einzelnen Krankenkassen festgelegte Tarife erstatten können, wie dies bis zum 11.05.2019 auch Gesetzeslage war. Diese Tarife müssen sich selbst finanzieren – die Kosten der homöopathischen Gesundheitsleistungen sollen also nicht auf alle Beitragszahler*innen umgelegt werden. Dabei sind die Gesetzlichen Krankenkassen in der Ausgestaltung der Leistungen frei.

Der Deutsche Ärztekongress für Homöopathie (ONLINE) findet vom 13.-15. Mai statt: 2021.homoeopathie-kongress.de/